Zirrhose als Risikofaktor

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Zirrhose als Risikofaktor für die Entstehung eines HCC (Leberkrebs)

Primäre Funktionen der Leber sind die Entgiftung des Körpers und die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels. Sie wandelt Nährstoffe aus der Nahrung in für den Körper verwertbare Stoffe um, speichert sie und gibt sie bei Bedarf an die Zellen ab. Außerdem nimmt sie Giftstoffe auf, wandelt sie in ungiftige Stoffe um oder sorgt dafür, dass sie ausgeschieden werden. Ist die Leber angegriffen, kann sie diese Aufgaben nicht mehr oder nur noch ungenügend erfüllen. Gifte, z.B. Alkohol und Ammoniak (ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels) gelangen ohne Entgiftung durch die Leber in das Gehirn. Antriebslosigkeit, Depressionen und Bewusstseinsstörungen sind die Folgen. Letztere können zu einem Koma oder sogar zum Tod führen.

In den meisten Fällen entsteht Leberkrebs als Folge einer weit fortgeschrittenen Schädigung des Organs, der sog. Leberzirrhose. Zirrhose bedeutet die fortgeschrittene Entzündung in der Leber. Durch die Entzündungen der Leberzellen können diese absterben. Der Körper reagiert darauf mit einer ungewöhnlich starken Zellvermehrung ( Proliferation), die aber im entzündeten Milieu fehlerhaft sein kann und zur Tumorbildung führt.

Bei einer Leberzirrhose kann das Blut, bedingt durch die Lebervernarbung, nicht mehr ungehindert durch die Leber strömen. Das Blut staut sich vor der Leber auf und der Körper bildet zur Weiterführung des Blutes Umgehungskreisläufe. In diesem Fall wird von einem Pfortaderhochdruck (portale Hypertension) gesprochen. Infolge dessen kann sich Bauchwasser ansammeln ( Aszites), die Milz kann sich vergrößert oder es können Krampfadern, sogenannte Varizen, in der Speiseröhre oder im Magen entstehen.. Bei Blutungen der Krampfadern muss sofort ein Spezialist aufgesucht werden (Achtung: akute Lebensgefahr). Eine Gelbfärbung der Haut und der Augen ( Ikterus) kann eintreten, da Bilirubin nicht ausreichend verarbeitet wird und sich als gelber Farbstoff im Gewebe ablagert. Zuerst werden die Ablagerungen in den Augen sichtbar. Bei einem weiteren Anstieg der Bilirubin-Konzentration färben sich auch die Haut und die Schleimhäute gelb. In Folge der vermehrten Ablagerung kann es dann zu starkem Juckreiz kommen.

Leberzirrhose führt zu hormonellen Störungen. Bei Männern ist dadurch im Stadium der Zirrhose die Potenzfähigkeit i.d.R. stark eingeschränkt. Veränderungen an den Brustdrüsen des Mannes ( Gynäkomastie) können ebenso die Folge der hormonellen Veränderungen sein, wie die Entstehung einer sogenannten Bauchglatze.

Bei Frauen kann es zu Menstruationsstörungen kommen.

Der Patient kann weitere sehr unspezifische Symptome bemerken. Hierzu gehören u.a. Bauchschmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit. Patienten haben oft einen unerklärbaren Gewichtsverlust oder fühlen sich schlapp und antriebslos. Selten kann man unter dem rechten Rippenbogen Schwellungen ertasten.

Wird der Leberkrebs nicht erkannt und behandelt, vergrößern sich die bestehenden Krebsherde in der Leber und neue Krebsherde können entstehen. Je mehr Krebsgeschwüre vorhanden sind, desto mehr wird die Leberfunktion eingeschränkt und es können nach und nach alle oben genannten Symptome auftreten. Im fortlaufenden Prozess kann der Leberkrebs zu Schädigungen an anderen Organen und schließlich zum Tod führen