Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Sie sind hier:

Transarterielle Chemoembolisation

Das am häufigsten angewendete, auf die Leber beschränkte Verfahren, ist die „ Transarterielle Chemoembolisation“. Die behandelnden Ärzte nutzen bei diesen Verfahren den Umstand, dass der Tumor über die Leberarterie mit „Nahrung“ versorgt wird, gesundes Lebergewebe hingegen auch über eine Vene, allerdings die Pfortader.

Für wen kommt TACE in Frage?

Die Experten empfehlen TACE für Patienten

  • die nicht für ein kuratives Verfahren in Frage kommen
  • die einzelne oder mehrere Tumore in der Leber haben, die klar umrissen sind (1-4 Tumore bis zu 7-8 cm)
  • bei denen keine Metastasen außerhalb der Leber nachweisbar sind (in Einzelfällen kann allerdings auch erwogen werden, TACE einzusetzen, obwohl der Tumor gestreut hat oder die Pfortader verschlossen ist. Eine Pfortaderthrombose stellt allerdings eine Kontraindikation dar, da diese zum Leberversagen führen kann)
  • die sich im Zirrhosestadium Child A (nur im Einzelfall im Zirrhosestadium Child B) befinden.
  • die sich in guter körperlicher Verfassung befinden.

Für jede Therapieform gibt es unterschiedliche absolute und relative Ausschlusskriterien. So auch bei der TACE. Diese sind sehr spezifisch und müssen mit dem behandelnden Ärzteteam gemeinsam besprochen werden.

Generell sollten in der Tumorkonferenz die Ärzte aller Fachrichtungen gemeinsam über den Einsatz von TACE entscheiden.

So funktioniert die Transarterielle Chemoembolisation:

Der Arzt führt einen kleinen Schlauch ( Katheter) durch die Leistenarterie bis in die Leber. Unter Kontrastmittelkontrolle wird der Katheder bis unmittelbar an den Tumor herangeführt. Ist er in die richtige Position gebracht, wird durch ihn ein Medikament in den Tumor eingeleitet, dass die Teilung der Tumorzellen verhindert. Dieses Medikament (Zytostatikum) wirkt als lokale Chemotherapie nur auf den Tumor und nicht auf die gesunden Leberzellen. Das Zytostatikum besteht aus kleinsten Partikeln, die die Blutversorgung des Tumors verstopfen. Dadurch, dass die Tumorzellen sich nicht mehr teilen können und auch keine Versorgung bekommen, stirbt der Tumor ab.

Nebenwirkungen:

Patienten klagen nach der Transarteriellen Chemoembolisation gelegentlich über Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber, das bis zu einigen Tagen anhalten kann. Diesen Symptomen kann in der Regel aber mit Medikamenten gut entgegenwirkt werden. Selten treten auf: Aneurysmen (örtlich begrenzte Aufweitung eines Blutgefäßes) oder eine Embolisatverschleppung.

Bauchschmerzen können mit Novalgin behandelt werden. Bei Übelkeit und Erbrechen können sogenannte Dimenhydrinate (z.B. „Vomex“) eingenommen werden. Bei mäßigem Fieber kann Paracetamol und bei starken Fieber Novalgin eingenommen werden.

Nachsorge der TACE:

In einem Zeitraum von 1 – 3 Monaten nach dieser Behandlung muss mit Hilfe eines CT oder MRT geprüft werden, ob der Einsatz von TACE erfolgreich war. In der Tumorkonferenz wird dann über das weitere Verfahren entschieden. Die Experten verwenden dabei unterschiedliche Klassifikationsverfahren, um den Erfolg einschätzen zu können („RECIST“-Klassifikation oder „EASL“-Klassifikation). In Abhängigkeit von der Größe und dem Vorkommen der Tumore, der individuellen Ansprache des Patienten auf die TACE und nicht zuletzt der Verträglichkeit für den Patienten, kann dieses Verfahren in Abständen von 4 – 12 Wochen wiederholt werden

Besondere TACE Anwendungen: TACE-DEB

Eine Weiterentwicklung der TACE ist die sog. Chemoembolisation mit Drug-Eluting Beads (TACE-DEB). Dies ist ein Verfahren, bei dem kleinste Partikel, die den Tumor verstopfen mit einem Medikament kombiniert werden, so dass dieses chemotherapeutisch im eingeschlossenen Tumor bis zu einer Woche wirken kann. Dieses Verfahren kommt allerdings nur in hochspezialisierten Kliniken zum Einsatz und wird nicht in Betracht gezogen, wenn bei dem Patienten eine Herzschwäche vorliegt.

Nebenwirkungen und Nachsorge der TACE-DEB sind mit denen der konservativen TACE identisch.