Sport und Bewegung

Sie sind hier:

Sport und Bewegung

Bewegung tut gut. Damit wäre die Sache eigentlich schon auf den Punkt gebracht. Dennoch stellen sich Betroffene vielleicht die Frage, was sie sich zumuten können und welcher Sport überhaupt geeignet ist. Es gibt in diesem Sinne keinen „verbotenen“ Sport. Viele beliebte Sportarten lassen sich in ihrer Intensität dem Krankheitsverlauf anpassen. Das Vorhaben sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Er wird eine Einschätzung der individuellen Belastbarkeit geben und über geeignete Sportarten beraten, Trainingsempfehlungen aussprechen oder an einen Sportmediziner verweisen.

Zudem sollten Patienten bei der Auswahl ihres Sportprogrammes die persönlichen Vorlieben berücksichtigen. Einigen Patienten liegt der Sport in einer motivierten Gemeinschaft eher, als ständig allein gegen den inneren „Schweinehund“ zu kämpfen. Andere wiederum genießen lieber die Auszeit, um in sich reinzuhören und ganz bei sich selbst zu sein. Fällt die Auswahl auf ein Bewegungsprogramm, das Freude bereitet und gut zu bewältigen ist, wird dies auch langfristig nicht als „Pflichtveranstaltung“ wahrgenommen und es stellen sich Schritt für Schritt kleine Erfolge ein. Zu einseitige Beanspruchungen sollten vermieden werden, denn ein gut ausgewogenes Trainingsprogramm beinhaltet optimalerweise Übungen, die

  • die Muskulatur kräftigen
  • die Beweglichkeit fördern
  • das Herz-Kreislauf-System trainieren
  • die Koordination schulen.

Die Belastungsintensität, die Dauer und die Häufigkeit der Trainingseinheiten richten sich ebenso wie mögliche Trainingsschwerpunkte immer nach dem aktuellen Gesundheitsbefinden des Patienten.

Auch hier gilt es, die Signale des Körpers wahrzunehmen und das Programm den persönlichen Voraussetzungen anzupassen.

Es wird Tage geben, da geht das Training locker von der Hand oder ein flotter Spaziergang liefert positive Energie. An anderen Tagen ist bereits das Anziehen der Schuhe schon ein gefühlter Marathon. Es sollte nichts erzwungen werden und die Akzeptanz erlernt werden, dass bei einer Krebserkrankung die körperliche Leistungsfähigkeit stark schwanken kann. Viel hilft nicht immer viel und etwas tun ist besser als nichts. Die Bewegung soll Freude bereiten, einen positiven Nutzen schaffen und nicht zur absoluten Erschöpfung führen.

Neben dem Effekt, dass sich Bewegung positiv auf die Psyche auswirkt, wird über regelmäßige sportliche Aktivität die Muskulatur gekräftigt, das Herz-Kreislauf-System trainiert und es wird Verletzungen an Knochen und Gelenken vorgebeugt. Mit der Bewegung und unserem Körper verhält es sich ein wenig wie mit einem Auto, das nicht gefahren wird. Beide rosten irgendwann, haben Standschäden und der Motor kann keine Leistung mehr erbringen.

Während eines längeren Krankenhausaufenthaltes oder einer akuten Behandlung muss unter Umständen das Bewegungsprogramm ausgesetzt oder reduziert werden. Aber auch hier gilt nach Möglichkeit, jeden Tag in Bewegung zu bleiben und so wenig wie möglich zu liegen. Bestenfalls schließt sich direkt nach einer Krebsbehandlung eine Reha-Maßnahme in einer Rehabilitationseinrichtung an. Dort werden je nach Schwerpunkt der Anschlussheilbehandlung auch aktivierende Elemente aus den Bereichen Bewegung und Sport einfließen und Patienten erhalten Anregungen und Tipps, wie sie auch zukünftig den Alltag aktiver gestalten und etwas für ihr Wohlbefinden tun können.

Noch ein kleiner Tipp: Viele örtliche Sportvereine und auch einige Fitnessstudios bieten Rehabilitationssport an. Von Vorteil ist, dass die Teilnahme an den Kursen durch den behandelnden Arzt verordnet werden kann und damit für den Patienten kostenfrei ist. Ein Vereinsbeitritt oder eine bindende Mitgliedschaft im Sportstudio sind nicht nötig. Wo in Wohnortnähe ein entsprechender Verein oder eine Sportstätte ist, kann über den jeweiligen Landessportbund oder die Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbandes in Erfahrung gebracht werden. Auch die Krankenkassen, welche die Kosten für die Rehabilitationseinheiten übernehmen, verfügen über Adressen von geeigneten Anbietern.

Das besondere Plus dabei: In den Reha - Sportgruppen treffen sich Menschen, die vielleicht eine ähnliche Krankengeschichte haben und unter fachlicher Anleitung wieder aktiv werden möchten. Auf diesem Wege können dann ganz nebenbei neue Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht werden.