Schmerzen – Ursachen und Behandlung

Schmerzen – Ursachen und Behandlung

Immer wieder berichten Krebspatienten von Schmerzen. Diese können verschiedene Ursachen haben und von unterschiedlicher Intensität sein. Um eine Schmerztherapie gezielt einleiten zu können, ist es wichtig, die Ursache des Schmerzes herauszufinden.

Zunächst lässt sich ein Schmerz beschreiben, der primär durch die Krebserkrankung an sich verursacht wird. Dieser Schmerz kann zum Beispiel durch die Lage oder das Wachstum des Tumors ausgelöst werden kann. Der Tumor selbst verursacht keine Schmerzen, drückt er aber auf umliegenden Nerven, Organe und Gewebe oder schränkt diese in ihrer Funktion ein, kann dies Schmerzen auslösen. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs kann unter anderem ein Spannungsschmerz der Leberkapsel auftreten.

Neben dem „Tumorschmerz“, kann aber auch die Therapie zu einem sogenannten Behandlungsschmerz führen. Bei kurativen Verfahren, wie der Radiofrequenzablation (RFA) oder der Resektion (operative Entfernung des Tumors), kann es postoperativ zu Schmerzen kommen. Dabei handelt es sich normalerweise um den typischen Schmerz nach einem chirurgischen Eingriff, der mit Schmerzmitteln, z.B. Novalgin behandelt werden kann. Bei den palliativen Therapien, werden Schmerzen oftmals durch die Nebenwirkungen der Medikamente verursacht. Bei den Verfahren der transarteriellen Chemoembolisation und der selektiven internen Radiotherapie kann es zu Oberbauchschmerzen und Schulterschmerzen kommen. Auch hier kommen zur Linderung verschiedene Schmerzmittel in Frage. Mitberücksichtigt wird dabei, dass die geschädigte Leber nicht mehr als nötig durch den Abbau von Schmerzmitteln belastet wird. Die Art und Dosierung, wird demnach individuell auf den Patienten abgestimmt.

Wichtig ist, dass Patienten unabhängig davon, was ursächlich für den Schmerz ist, mit ihrem behandelnden Arzt das Problem besprechen. Weder akute noch dauerhafte Schmerzen müssen sein und können durch eine gezielte und frühzeitig eingeleitete Schmerztherapie beseitigt oder zumindest gelindert werden.

Die Messung und Bewertung eines Schmerzes ist nicht immer ganz leicht und sehr vom individuellen Schmerzempfinden abhängig. Was für den einen Patienten an der Grenze zum nicht mehr Aushaltbaren liegt, wird von einem anderen Patienten als moderater Schmerz beschrieben. Auch das Ansprechen auf Schmerzmittel ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Damit die Ärzte eine Einschätzung der empfundenen Schmerzintensität beim Patienten vornehmen können und eine individuelle Schmerztherapie einleiten können, kommt eine Schmerzskala zum Einsatz. Dies ist ein Fragebogen, der die Bewertung des Schmerzes, von 0 = keine Schmerzen - bis hin zum Maximum der Skala 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz, abfragt. Grundsätzlich gilt, dass so viel Schmerzmittel wie nötig und so wenig wie möglich gegeben werden sollte. Reicht jedoch die Dosis nicht mehr aus, dann sollte sie rechtzeitig erhöht werden.

Dabei orientiert sich der Arzt an dem drei Stufenschema zur Schmerztherapie der Weltgesundheitsorganisation ( WHO):

  • 1. Stufe: Nichtopiodanalgetika
  • 2. Stufe: Schwachopiodanalgetika plus Nichtopiodanalgetika
  • 3. Stufe: Starkopiodanalgetika plus Nichtopiodanalgetika

Natürlich haben Schmerzmittel, insbesondere Opiate auch Nebenwirkungen. Zu den häufigen unerwünschten Nebenwirkungen unter Einsatz von Opiaten zählen Verstopfung, Übelkeit und Schläfrigkeit. Patienten befürchten insbesondere bei der Einnahme von Opiaten eine Abhängigkeit zu entwickeln oder sich an die Medikamente zu gewöhnen. Ausschließen lässt sich ein Risiko grundsätzlich nicht. Der Arzt, der die Schmerztherapie betreut, wird den Patienten über Risiken informieren, die mit der Einnahme des verordneten Schmerzmittels verbunden sind. Eine regelmäßig Therapiekontrolle hilft das Therapieansprechen und etwaige Nebenwirkungen im Blick zu halten.

Begleitet werden alle drei Stufen durch unterstützende Maßnahmen, z. B. der Psychoonkologie und der physikalischen Therapie sowie Co – Medikationen, wie beispielsweise Antidepressiva.

Für Patienten ist es wichtig zu wissen, dass eine Schmerztherapie das Ziel hat, die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Patienten sollten dem Arzt deshalb immer mitteilen, wenn sie den Eindruck haben, dass die Maßnahmen eine zu schwache oder zu starke Wirkung zeigen.