Resektion

Operative Entfernungen des erkrankten Gewebes kommen meist dann zum Einsatz, wenn es sich um einzelne und gut abgrenzbare Tumore handelt. Häufig wird dabei auch ein größerer Teil  des gesunden Lebergewebes um den einzelnen Tumor herum entfernt.. Dieser „Sicherheitsabstand“ soll bewirken, dass kleinste, nicht sichtbare Tumore mit entfernt werden und so ein erneutes Auftreten von Leberkrebs verhindert wird. Den Abstand des Schnittes zum Tumor selbst entscheidet in der Regel ein, in der hepatobiliären Chirurgie erfahrener, Spezialist. Meist beträgt der Sicherheitsabstand 2 cm zum Rand des Tumors. Wird dieses Verfahren angewendet, spricht man von einer „ Leberteilresektion“.

Ob der operative Eingriff zum gewünschten Ergebnis führt, hängt von vielen Faktoren ab. Es kommt darauf an, wie aggressiv der Tumor ist und ob sich bereits Metastasen, auch versteckte, gebildet haben. Auch der Gefäßverlauf muss berücksichtigt werden. Die 5-Jahresüberlebensraten können bei optimaler Durchführung der Leberteilresektion bis zu 80 % betragen.

Es gibt aber auch Umstände, unter denen eine Operation nicht sinnvoll ist. Dazu gehören:

  • wenn der Krebs bereits gestreut hat, bzw. in das umliegende Gewebe eingewachsen ist
  • wenn die Hauptlebervenen befallen sind
  • wenn zu viel Lebergewebe entfernt werden muss
  • wenn der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten den Eingriff nicht zulässt.

Patienten mit einer Leberzirrhose sind nicht grundsätzlich von Operationen ausgeschlossen. Je schlechter die Leberfunktion ist, desto höher aber ist das Operationsrisiko. So erhöhen Pfortaderhochdruck oder das Vorhandensein von Bauchwasser das Operationsrisiko. Um das Operationsrisiko in Bezug auf die Leberfunktion genau einschätzen zu können, wird in den allermeisten Fällen der „LiMAX-Test“ durchgeführt. Mit ihm kann die Leberfunktion überprüft werden.

Das zugrundeliegende Prinzip ist simpel: Zunächst bekommt der Patient eine Lösung mit 13C-Methacetin gespritzt, einem Molekül, bei dem einige Kohlenstoffatome gewissermaßen markiert sind - sie haben einen schwereren Kern als die meisten anderen Kohlenstoffatome. In gesunden Leberzellen bauen Enzyme 13C-Methacetin rasch zu Paracetamol ab und der markierte Kohlenstoff wird freigesetzt. Er gelangt über das Blut in die Lunge, wo er in die Atemluft übergeht.

Dort leitet eine Atemmaske die Luft in ein Messgerät, das mithilfe eines Infrarotlasers die relative Menge des schwereren 13-wertigen Kohlenstoffs bestimmt. An den Ergebnissen lässt sich ablesen, wie gut die Leber funktioniert: Je größer die Menge des schweren Kohlenstoffs in der Atemluft ist, desto mehr 13C-Methacetin wurde abgebaut - und desto gesünder ist die Leber.

Da der Test innerhalb von 30 Minuten ein Ergebnis produziert ist er unmittelbar vor einer Operation genauer in der Aussage zur aktuellen Leberfunktion als zurückliegende Blut- oder Ultraschalluntersuchungen, da sich die Leberfunktion innerhalb von wenigen Tagen stark verändern kann.

Je schlechter die Leberfunktion ist, desto höher  ist das Operationsrisiko. Zudem erhöht ein Pfortaderhochdruck oder das Vorhandensein von Bauchwasser das Operationsrisiko.

In jedem Einzelfall wird die Tumorkonferenz eine Empfehlung für oder gegen eine Operation aussprechen.

Nachkontrolle der Operation:

Das bei einer Resektion entfernte Gewebe wird in der Pathologie weiter untersucht. Gewebs- und Zellproben werden unter dem Mikroskop betrachtet und es wird geschaut, ob an den Schnitträndern der Probe noch Tumorzellen zu finden sind. Falls keine Tumorzellen mehr zu finden sind, so wird von einem „R0 Ergebnis“ gesprochen und die Operation ist somit erfolgreich verlaufen. Sollten sich noch kleinere Tumorzellen finden lassen, liegt ein sogenanntes „R1 Ergebnis“ vor. Ein „R2 Ergebnis“ liegt dann vor, wenn ein Tumor durch den Chirurgen oder Pathologen mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Bei einem R1- und R2-Ergebnis ist die Gefahr groß, dass der Krebs wiederkommt. In dem Fall spricht man von einem Rezidiv. Die R-Klassifikationen helfen bei der Einschätzung geeigneter weiterer Behandlungsoptionen.

R0

Keine Tumorzellen zu finden

R1

Mikroskopisch erkennbare Tumorzellen

R2

Mit bloßem Auge erkennbare Tumorzellen

Entweder wird eine erneute Operation in Erwägung gezogen  (eine sogenannte „Re- Resektion“), oder es werden   andere Verfahren vorgeschlagen

Bei etwa 7 von 10 Fällen tritt innerhalb von 5 Jahren erneut Krebs auf. Bei einigen Fällen kann dann eine erneute Operation helfen.

Komplikationen während und nach einer Leberoperation:

Trotz sorgfältiger Vorbereitung bedeutet jede Operation ein Risiko für den Patienten. Da die Leber stark durchblutet ist, können während der Operation Blutungen auftreten, so dass Bluttransfusionen nötig werden. Die meisten Operationen an der Leber sind mehrstündige Eingriffe (meist über 4 Stunden). Bei Patienten, deren allgemeine körperliche Verfassung nicht gut ist, kann es während dieser Zeit auch zu Komplikationen in Form von Nieren-, Leber- oder Herzversagen kommen. Diese Fälle sind jedoch sehr selten. Nach der Operation können Entzündungen im Bauchraum oder in der Bauchhöhle eintreten. Weitere Komplikationen sind u.a. Wundheilungsstörungen.

Je erfahrener der Chirurg und das Operationsteam sind, desto seltener treten Komplikationen auf.

Nachsorge Resektion:

Nach einem chirurgischen Eingriff ( Resektion) soll in einem Zeitraum von zwei Jahren in einem Abstand von drei bis vier Monaten kontrolliert werden, ob ein Tumor nachhaltig und ganz entfernt werden konnte oder ob er wieder aufgetreten ist ( Rezidiv). Nach diesem Zeitraum kann die Kontrolle auf einen längeren Abstand ausgeweitet werden.

Die Kontrolle erfolgt in der Regel mit Hilfe der kontrastmittelverstärkten Magnetresonanztomographie (MRT) oder der kontrastmittelverstärken Computertomographie (CT). Das CT wird meist dann angewendet, wenn der Patient starkes Übergewicht hat ( Adipositas) oder Bauchwasser aufweist ( Aszites). Darüber hinaus sollte ebenfalls in einem Abstand von drei Monaten der Tumormarker AFP kontrolliert werden.

Wenn innerhalb von zwei Jahren kein Tumor mehr aufgetreten ist, wird der Patient wieder in das regelmäßige Früherkennungsverfahren übergeleitet; das bedeutet, es wird in einem Abstand von jeweils sechs Monaten kontrolliert, ob ein Krebsverdacht vorliegt.