Palliative Versorgung

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Palliative Versorgung

Nicht alle Krebspatienten haben eine Chance, die Krankheit zu besiegen. Sie haben aber die Möglichkeit das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, die Symptome zu verringern und die Lebensqualität zu steigern.

Was bedeutet nun palliative Versorgung?

Ein speziell geschultes Team aus Ärzten, Physiotherapeuten, Pflegekräften, Psychologen, aber auch Seelsorgern und Sozialarbeitern begleitet die Betroffenen und ihre Angehörigen wenn klar ist, dass die Krebserkrankung nicht mehr geheilt werden kann. Die Angebote der palliativen Unterstützung richten sich nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen des Patienten und können auch im eigenen Wohnumfeld wahrgenommen werden.

Das Leitlinienprogramm der palliativen Versorgung beinhaltet eine Vielzahl von Handlungsgrundsätzen und Empfehlungen. Einer der Kernpunkte besteht darin, dass die beteiligten Fachkräfte die Erhaltung und Wahrung der Lebensqualität des Patienten in das Zentrum ihres Handelns stellen sollen und die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Patienten im Vordergrund stehen. Des Weiteren soll palliative Begleitung auf allen vier Dimensionen (physisch, psychisch, sozial, spirituell) ermöglicht werden und auch die Angehörigen des Patienten mit einbeziehen. Das Team der palliativen Versorgung soll zusätzlich die medizinisch therapeutischen Möglichkeiten im Blick haben und sich über diese interdisziplinär (fächerübergreifend) austauschen. Hierbei geht es auch darum, mögliche Ursachen von Beschwerden und Symptomen gemeinsam zu behandeln und für den Patienten die optimale Versorgung zu gewährleisten. Manchmal kann es auch Aufgabe des palliativen Versorgungsteam sein, gemeinsam mit dem Patienten den Nutzen einer weiteren Chemotherapie oder Bestrahlung abzusprechen. Insbesondere dann, wenn die mögliche Verlängerung der Lebenszeit gleichzeitig einen sehr hohen Verlust an Lebensqualität bedeuten würde. Neben den Bedürfnissen der Patienten sollen in der palliativen Versorgung auch die Bearbeitung von Ängsten und Sorgen der Angehörigen Platz finden und diese über spezifische Unterstützungsmöglichkeiten informiert werden.

Grundsätzlich sollte jeder Patient mit einer unheilbaren Krebserkrankung in eine palliative Versorgungsstruktur integriert werden.
Damit eine differenzierte und bedarfsgerechte palliative Versorgung erfolgen kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie diese durchgeführt werden kann. Die Angebote und die Intensität der Versorgung richten sich nach den Bedürfnissen des Patienten und der Komplexität der Gesamtsituation. Komplexität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass beispielsweise das Erkrankungsstadium und der zu erwartende Verlauf, weitere bestehende Erkrankungen, die Unterstützung durch Angehörige und deren Belastungssituation, die Wohnsituation und die Selbstständigkeit des Patienten bei der Planung der palliativen Versorgung mitberücksichtigt werden. Bevor also Hilfen und Unterstützung installiert werden, wird zunächst die gesamte Situation gemeinsam besprochen.

Die palliative Versorgung unterteilt sich in die allgemeine Palliativversorgung (APV) und die spezielle Palliativversorgung (SPV). Anhand des im Vorfeld ermittelten Versorgungsbedarfes wird entschieden, ob der Patient in eine APV (Komplexität der benötigten Versorgung ist gering bis mittel) oder in eine SPV (Komplexität der benötigten Versorgung ist hoch) integriert wird.

Beide Versorgungsformen können ambulant, teilstationär, z. B. in Tageseinrichtungen oder aber auch stationär erfolgen und enthalten Angebote aus den oben bereits erwähnten vier Dimensionen:

  • Physisch (z.B. med. Angebote und Therapie, Bewegungstherapie)
  • Psychisch (z.B. Beratung und Gespräche z.B. Umgang mit Ängsten und dem Tod)
  • Sozial (z.B. Angebote zur Kommunikation, Aktivitäten)
  • Spirituell (z.B. Besuch und Gespräche mit Seelsorgern)

Der Unterschied zwischen der allgemeinen und speziellen Palliativversorgung (APV, SPV) findet sich vielmehr in der Betreuungsintensität und in den Richtlinien zu strukturellen und formalen Vorgaben, welche bei der speziellen palliativen Versorgung deutlich höher sind.

Wenn der Patient es wünscht, dann kann die letzte Lebensphase durch den Hospizdienst und ehrenamtliche Hospizmitarbeiter begleitet werden. Der ambulante Hospizdienst soll dem Patienten ermöglichen in seiner gewohnten und vertrauten Umgebung Abschied zunehmen. Die Hospizdienste organisieren in aller Regel ein Netzwerk, das mit seinen palliativmedizinischen, palliativpflegerischen, psychosozialen und spirituellen Angeboten dem ganzheitlichen Ansatz in der Versorgung entspricht. Eine stationäre Hospizeinrichtung unterstützt mit vergleichbaren Angeboten und ermöglicht Patienten eine intensive Begleitung, wenn die Versorgung zuhause seitens der Patienten nicht gewünscht oder aus anderen Gründen nicht durchzuführen ist.

Die Hospizdienste überprüfen stetig die bestehende Versorgung und Betreuung des Patienten und passen diese den Bedürfnissen und dem Krankheitsverlauf an. Mitarbeiter in Hospizdiensten sind speziell auf die Begleitung von Patienten und deren Angehörige in der letzten Lebensphase geschult. Für Angehörige besteht auch nach dem Versterben des Patienten die Möglichkeit, die Angebote der Hospizdienste weiter in Anspruch zu nehmen. Sie unterstützen Angehörige dann bei der Trauerarbeit und vermitteln qualifizierte Trauerberater/und -begleiter.