Nachsorge nach Therapien

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Nachsorge nach Therapien

Die allgemeine Nachsorge nach einer abgeschlossenen Krebstherapie versteht sich gleichzeitig auch als Vorsorge, um sowohl den Behandlungserfolg zu überprüfen, als auch eine prinzipiell mögliche Wieder- oder Neuerkrankung rechtzeitig zu entdecken.

Unmittelbar nach einer Krebstherapie erhält der Patient zunächst eine spezifische Nachsorge, die sich nach dem eingesetzten Therapieverfahren richtet. Die allgemeine Nachsorge dagegen beginnt in der Regel nach einer Rehabilitationsmaßnahme und geht im Durchschnitt über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. Innerhalb dieser zwei Jahre werden alle drei bis sechs Monate Untersuchungsintervalle angesetzt. Bei diesen Untersuchungen kommen, neben der Erhebung des Allgemeinbefindens, immer auch bildgebende Verfahren zur Überprüfung des Behandlungserfolges zum Einsatz.

Bei Patienten mit einer Zirrhose ist es wichtig, dass ein Fortschreiten der Zirrhose rechtzeitig erkannt und therapiert werden kann. Zur Kontrolle gehört neben der Sonografie ( Ultraschall) der Leber auch die Magenspiegelung. Bei einer Magenspiegelung (Gastroskopie) wird ein Schlauch mit Kamera (Endoskop) durch den Mund in den Magen geführt. Sie dient der Erkennung von Veränderungen der Speiseröhren-, Magen- und Zwölffingerdarm-Schleimhaut. So können Krampfadern in der Speiseröhre entdeckt und frühzeitig behandelt werden.

Bei den Untersuchungen handelt sich in diesem Sinne nicht um eine Krebsnachsorge, sondern um eine Überwachung des Zirrhosestadiums. Die Progression, also das Fortschreiten der Zirrhose zu verhindern oder zu verlangsamen ist eine wichtige Maßnahme, um das Risiko eines Tumorrezidivs zu verringern. Deshalb sollten Patienten mit einer Leberzirrhose diese Untersuchungen auch nach Abschluss der allgemeinen Nachsorge regelmäßig durchführen lassen.

Die allgemeine Nachsorge berücksichtigt darüber hinaus die individuelle Krankengeschichte sowie weitere gesundheitliche Aspekte und bestehende Grunderkrankungen, die im Zusammenhang mit der Genesung stehen. Sind die Befunde der allgemeinen Nachsorge dauerhaft unauffällig so wird der Patient in das Früherkennungssystem zurückgeführt.

Mit entscheidend für die Art der Nachsorge ist zudem, ob der Tumor entfernt werden konnte ( kurativ), nach einer Behandlung ein Rezidiv aufgetreten ist oder die Therapie das Ziel hat, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern ( palliativ).

In palliativen Fällen ist es häufig so, dass die Therapie nicht mit einer Behandlungseinheit abgeschlossen ist, sondern je nach Verfahren Therapieintervalle angesetzt werden. Bei Langzeitbehandlungen kann demnach nicht direkt von einer allgemeinen Nachsorge gesprochen werden. Vielmehr geht es darum, den Patienten während seiner Therapie umfassend zu begleiten und so viel Lebensqualität wie möglich zu erhalten, bzw. wiederherzustellen. Auch hier kann sich, beispielsweise nach einer Erstbehandlung des Tumors ein Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung anschließen.

Entsprechend der Deutschen Leitlinien sind die behandelnden Ärzte dazu angehalten, den Patienten bei möglichen Folgen der Behandlung und deren Bewältigung zu unterstützen. Dazu gehört auch die Vermittlung von Unterstützungsangeboten, z.B. die psychoonkologische Begleitung, die individuelle Ernährungsberatung oder –therapie, sowie die Möglichkeit an aktivierenden Angeboten teilzunehmen (vgl. Kapitel 10.) Darüber hinaus kommt aber auch dem gezieltem Symptom- und Nebenwirkungsmanagement eine wichtige Bedeutung zu, da es direkten Einfluss auf die Lebensqualität des Patienten nimmt (vgl. Kapitel 8).

Damit eine optimale Nachsorge gewährleistet ist, sollte sie entsprechend geplant werden. Dies geschieht meistens schon während des Klinikaufenthaltes und berücksichtigt zum einen notwendige medizinische Aspekte (Krankheits- und Therapieverlauf, weitere Erkrankungen) und zum anderen die persönliche Situation des Patienten. Manchmal kann es notwendig sein, dass sich mehrere Fachdisziplinen an der Nachsorge beteiligen. Man spricht in diesem Fall von einer multidisziplinären Nachsorge. Die einzelnen Fachdisziplinen müssen dann ihre Beiträge im Rahmen der Nachsorge aufeinander abstimmen und ihre Untersuchungsergebnisse austauschen. Die Nachsorge kann unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte in einer klinischen Ambulanz oder bei einem niedergelassenen Facharzt ( Gastroenterologe und Hepatologe mit onkologischer Erfahrung) koordiniert und durchgeführt werden. Auch der Hausarzt sollte über die Maßnahmen der Nachsorge und über Ergebnisse sowie verabreichte Medikamente informiert sein, damit er beispielsweise bei Medikationen etwaige Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten berücksichtigen kann.