Lebertransplantation

Lebertransplantation

Bei dem Verfahren der Lebertransplantation wird die erkrankte, zirrhotische Leber vollständig entfernt und durch eine neue, gesunde Leber ersetzt. Da durch diesen Austausch auch die Zirrhose als hauptsächliche Ursache des Leberkrebses entfernt wird, ist die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Leberkrebses sehr gering.

Allerdings ist eine Lebertransplantation ein komplizierter und für den Patienten belastender Eingriff, während dessen es zu starken Blutungen kommen kann. Auch können schwere Infektionen im direkten Anschluss an die Operation auftreten. Ein lebertransplantierter Mensch muss sich zudem lebenslangen Folgebehandlungen unterziehen. Die Transplantation selbst wird von erfahrenen Spezialisten in einem Transplantationszentrum durchgeführt. Beginnend von der ersten Beurteilung an, ob der Patient für eine Transplantation in Frage kommt, über die Operation   bis hin zur Nachsorge erfolgt die Versorgung und Betreuung in Transplantationszentren engmaschig und ganzheitlich. Problematisch ist, dass weltweit ein  Organmangel vorherrscht, demnach steht auch für Lebertransplantationen nicht genügend Spenderorgane bereit. Damit die Erfolgsaussichten nach der Transplantation ausreichend gut sind und ein Patient auf die Warteliste kommt, müssen folgende Voraussetzungen („Mailand Kriterien“) gegeben sein:

  • Ein einzelner Tumorherd darf nicht größer als 5 cm sein.
  • Es dürfen höchstens drei Tumore vorliegen, die jeweils nicht größer als 3 cm sind.
  • Der Tumor darf nicht in andere Organe gestreut haben.
  • Der Tumor darf nicht in die Lebervene gewachsen sein.

Für jede Therapieform gibt es unterschiedliche absolute und relative Ausschlusskriterien. So auch bei der Lebertransplantation. Diese sind sehr spezifisch und müssen mit dem behandelnden Ärzteteam gemeinsam besprochen werden.

Nach erfolgter Transplantation erkennt der menschliche Körper das neue Organ als „Fremdorgan“ und wird versuchen, dieses abzustoßen. Um dies zu verhindern, müssen organtransplantierte Patienten lebenslang Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva einnehmen. Diese bewirken, dass das Immunsystem heruntergefahren wird und somit die Abstoßungsreaktion vermieden wird. Durch dieses „Herunterfahren“ des Immunsystems sind diese Patienten anfällig für Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren. Auch können bestimmt einzelne, andere Krebsarten häufiger auftreten als ohne Immunsuppression. Im Vergleich zu anderen Organtransplantationen benötigt die Leber zur Verhinderung einer Abstoßung weniger Immunsuppression.

Das Warten auf ein neues Organ kann, bedingt durch den Organmangel, lange dauern. Wartezeiten von bis zu 1,5 Jahren sind leider die Regel. Da in der Zeit der Tumor weiterwachsen kann, empfehlen Experten sogenannte Überbrückungsverfahren, auch „ Bridgingverfahren“ genannt. Dazu zählen die Radiofrequenz-Ablation (RFA), die Resektion (operatives Verfahren) oder die Transarterielle Chemoembolisation (TACE). Alle Verfahren haben das Ziel, das Wachstum der Tumore einzuschränken, so dass die oben genannten „Mailand“-Kriterien erfüllt bleiben und der Patient weiterhin auf der Transplantationsliste verbleiben kann.

Nachsorge nach Transplantation

Bei der Nachsorge nach Transplantation muss zwischen der Nachsorge des Transplantats und der Nachsorge des möglicherweise wiederauftretenden Tumors unterschieden werden. Ausführliche Informationen über die vielen unterschiedlichen Optionen im Rahmen einer Nachsorge erhalten Patienten im jeweiligen Transplantationszentrum. Um zu kontrollieren, ob der Krebs wieder auftritt, wird empfohlen im ersten Jahr nach der Transplantation im Abstand von drei Monaten eine kontrastmittelverstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) durchzuführen. Im zweiten Jahr im Abstand von sechs Monaten. Zusätzlich sollte einmal jährlich mit einer Computertomographie (CT) die Lunge untersucht werden.

Ist innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Transplantation kein Rezidiv aufgetreten, wird der Patient wieder in das regelmäßige Früherkennungsverfahren übergeleitet; das bedeutet, es wird in einem Abstand von jeweils sechs Monaten kontrolliert, ob ein Krebsverdacht vorliegt.

Weiterführende Informationen rund um das komplexe Thema Transplantation finden Sie auf der Homepage der Lebertransplantierten Deutschland e.V..

Diese kann auch Empfehlungen zu Transplantationszentren aussprechen.