Hand – Fuß – Syndrom Ursachen und Behandlung

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Hand – Fuß – Syndrom Ursachen und Behandlung

Das Auftreten eines Hand – Fuß – Syndroms wird in Verbindung mit einer systemischen Therapie ( Chemotherapie) gebracht und stellt häufig eine Nebenwirkung bei dieser Therapieform dar. Unter einem Hand – Fuß – Syndrom wird die Veränderung der Hautoberfläche an den Handinnenflächen und den Fußsohlen verstanden. Die Veränderungen werden in drei Stadien unterteilt. Zunächst lassen sich an den betroffenen Körperstellen (Hände und Füße) leichte Schwellungen und Rötungen feststellen, die nicht schmerzhaft sind und von einem leichten Taubheitsgefühl begleitet werden. Im zweiten Stadium werden die Rötungen schmerzhaft und die Schwellungen nehmen zu. Patienten verspüren in diesem Stadium bereits erste Einschränkungen in der Durchführung von alltäglichen Aufgaben (z.B. schmerzhaftes Greifen und Gehen). Wird das Hand – Fuß – Syndrom nicht behandelt kann dieses auch in das dritte Stadium übergehen. Die Schmerzen an den Handinnenflächen und Fußsohlen sind dann deutlich ausgeprägt. Die Haut zeigt Entzündungsreaktion, bildet Blasen und schuppt sich. Die entstehenden Wunden verheilen schlecht. Die Durchführung von Alltagstätigkeiten ist stark beeinträchtig, da das Gehen und Laufen sowie das Anfassen und Greifen von Gegenständen mit starken Schmerzen verbunden ist.

Patienten sollten deshalb unter einer systemischen Therapie erste Anzeichen für die Entstehung eines Hand – Fuß – Syndroms unbedingt ernst nehmen und diese dem Arzt mitteilen. Wird das Hand – Fuß – Syndrom frühzeitig erkannt, kann es häufig abgemildert werden. Eine mögliche Intervention kann eine Dosisanpassung der Medikation und die Gabe des Vitamins B6 sein. Das Behandlungsteam wird über diese Möglichkeit individuell entscheiden. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Behandlung des Hand – Fuß – Syndroms ist die tägliche Pflege der Haut mit speziellen Hautpflegesets (z.B. ureahaltige Cremes) und die Durchführung von Kältetherapien. Gegen die Schmerzen kann ein Schmerzmittel verordnet werden. Patienten können aber im Alltag einige Punkte beachten, um die Hände und Füße zu schützen, bzw. diese nicht noch zusätzlich zu belasten.

Betroffene sollten Hitzeeinwirkungen auf die Haut vermeiden, dazu gehören heiße Bäder ebenso wie die intensive Einstrahlung durch die Sonne. Die Verwendung eines (parfümfreien) Sonnenschutzes ist dringend zu empfehlen. Vermieden werden, sollte zudem eine starke mechanische Beanspruchung der Haut, wie sie beispielsweise beim Tragen von schwereren Gegenständen entsteht. Nasse Hände und Füße sollten nur sanft mit einem weichen Handtuch abgetrocknet (nicht reiben) werden. Das Tragen von Geleinlagen in den Schuhen kann hilfreich sein, die Füße beim Gehen oder Stehen etwas zu entlasten und den Druck auf diese Hautpartien zu reduzieren. Die Hände und Füße können nachts, vor einer zusätzlichen Reizung, durch die Verwendung von weichen Baumwollhandschuhen bzw. Socken, geschützt werden. Viele alltäglich verwendete Haushaltsreinigungsmittel sind sehr aggressiv und können bereits die gesunde Haut schädigen. Patienten mit Hand – Fuß – Syndrom sollten darauf achten, diese Mittel möglichst nur mit Handschuhen zu verwenden und auf hautschonende Alternativen ausweichen.