Ernährung bei Krebsleiden

Sie sind hier:

Ernährung bei Krebsleiden

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich ein wichtiger Baustein für das menschliche Wohlbefinden. Eine abwechslungsreiche Zusammenstellung der Lebensmittel hilft bei der Gesundung und fördert die allgemeine Leistungsfähigkeit. Auch der Einfluss der Ernährung auf das psychische Wohlbefinden ist nicht zu unterschätzen. Gesundes Essen oder die Zubereitung der Lieblingsspeise trägt zu einem positiven und guten Grundgefühl bei, etwas für sich und den Körper zu tun.

Eine Krebserkrankung kann jedoch dazu führen, dass der Appetit nachlässt, einige Lebensmittel nicht mehr gut vertragen werden, oder auch Abneigungen gegen einzelne Lebensmittel entwickelt werden. Unter Umständen muss aus medizinischer Sicht von dem (häufigen) Verzehr bestimmter Lebensmittelgruppen abgeraten werden. Generell gilt, dass sich bei der Ernährung – mit kleinen Einschränkungen - an einer leichten und ausgewogenen Mischkost orientiert werden sollte.

Da die Leber eine wichtige Funktion bei der Nahrungsverwertung spielt, muss darauf geachtet werden, dass sie nicht durch einen übermäßigen Verzehr von bestimmten Lebensmitteln zusätzlich belastet wird. Hierzu zählen beispielsweise sehr fett -und zuckerhaltige Speisen. Gemüse, Vollkornprodukte und Obst sind die besseren Alternativen.

Wichtige Bestandteile der täglichen Ernährung sind die Eiweiße. Diese sind wie Bausteine für den Körper. Eiweiße aus der Nahrung werden ständig im Körper auf- und umgebaut und als universelle Bausubstanz verwendet. Auch an diesem Vorgang ist die Leber beteiligt. Notwendig ist, dass dem Körper, zum Beispiel zum Erhalt der Muskelmasse, genügend „Baumaterial“ geliefert wird. Der menschliche Körper verträgt Eiweiße aus pflanzlichen Nahrungsquellen und Milchprodukten besser als tierische Eiweiße, z.B. aus Fleisch und Wurstwaren. Damit der Körper kontinuierlich mit Nährstoffen versorgt wird und größere Nahrungsmengen die Verdauung nicht unnötig erschweren, ist es empfehlenswert, täglich besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen als drei üppige Einheiten.

Darüber hinaus ist es für Patienten mit einer Leberzirrhose essentiell wichtig auf Alkohol zu verzichten. Je nach Zustand der Leber können bereits kleinste toxische Belastungen durch Alkohol zu einem Leberversagen führen.

Ein häufiges Begleitsymptom bei Leberkrebs ist die Wasseransammlung im Bauchraum, der sogenannte Aszites. Auch in den Gliedmaßen kann sich Wasser aufstauen. Mit einer salzarmen Ernährung und einer Verminderung der zugeführten Flüssigkeitsmenge (nach ärztliche Absprache) kann dem entgegengewirkt werden.

Patienten haben häufig kein Bedürfnis nach Nahrung oder leiden unter Übelkeit, so dass mit einer Krebserkrankung ein stärkerer Gewichtsverlust und eine Minderung des Appetits einhergehen können. Demnach besteht weniger die Herausforderung darin, herauszufinden was gegessen werden darf, sondern darin, dass Nahrung aufgenommen werden muss, um wieder zu Kräften zu kommen.

Zur Sicherstellung des Nährstoffhaushaltes kann daher eine ergänzende Zufuhr spezieller Nahrungsergänzungsmittel notwendig sein. Diese kann beispielweise über die Aufnahme angereicherter Trinklösungen erfolgen oder aber über das Legen einer Magensonde. Letzteres wird aber zumeist nur bei starker Mangelernährung des Patienten in Erwägung gezogen. Diese zusätzliche Ernährung kann vor oder in der ersten Zeit nach einer Operation von Bedeutung sein, da sich ein guter Ernährungszustand positiv auf den Verlauf der Operation und auf die Erholung danach auswirkt. Ob und in welcher Form eine ergänzende Ernährung sinnvoll ist, wird das behandelnde Ärzteteam anhand des Krankheitsverlaufes und der anstehenden Behandlungen ermitteln und mit dem Patienten besprechen.