Bauchwassersucht (Aszites) – Ursachen und Behandlung

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Bauchwassersucht (Aszites) – Ursachen und Behandlung

Die Entstehung von größeren Mengen Bauwasser wird bei Patienten mit Leberkrebs primär durch eine Leberzirrhose verursacht. Zwei Aspekte sind bei der Entstehung eines Aszites besonders wichtig. Zum einen ist das Gewebe der geschädigten Leber je nach Schweregrad der Zirrhose stark vernarbt und ihr Blutdurchfluss in den Gefäßen stark beeinträchtigt. Durch die verringerte Durchflussmöglichkeit des Blutes in der Leber staut sich dieses in ihr auf. Folglich erhöht sich der Druck in den Gefäßen und Flüssigkeit wird durch die Gefäßwände nach außen gedrückt und sammelt sich im Bauchraum. Auch Tumore in der Leber können die Durchblutung einschränken, da Tumore gegenüber dem gesunden Gewebe über eine andere Gefäß- und Gewebsstruktur verfügen. Zum anderen ist die Leber als wichtigstes Organ des Stoffwechsels auch für die Bildung und den Umbau von Eiweißen zuständig, die über die Nahrung aufgenommen werden. Sie baut im Prinzip unsere aufgenommen Nahrungseiweiße in körpereigene Eiweiße um. Ein wichtiger Eiweißbaustein ist das Albumin. Es ist verantwortlich dafür, dass die Durchlässigkeit von Makromolekülen, Teilchen oder Tröpfchen innerhalb der Gewebe konstant und unter gleichbleibendem Druck erfolgt und somit Flüssigkeiten in den Körperzellen richtig verteilt sind. Bei einem Mangel an Albumin gerät das Gleichgewicht durcheinander. Die Folge ist, dass Flüssigkeiten aus den Geweben austreten. Die austretende Flüssigkeit sammelt sich dann im Bauchraum an.

Patienten, die ausgeprägt Aszites entwickeln, spüren dies häufig durch eine deutliche Vergrößerung des Bauchumfangs, starkes Völlegefühl, einen aufgeblähten Bauch und einer evtl. schnellen ungewollten Gewichtszunahme. Natürlich können diesen Anzeichen auch andere Ursachen zu Grunde liegen. Die Sicherung der Diagnose erfolgt in aller Regel durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und einer diagnostischen Punktion. Durch die Punktion kann eine konkrete Aussage über die zugrundeliegende Erkrankung getroffen werden.

Die therapeutische Behandlung besteht meistens aus einer Aszites- Punktion, auch Parazentese genannt. Das bedeutet, dass Flüssigkeit aus dem Bauchraum abgelassen wird. Die Durchführung ist leicht zu erklären. Der Patient nimmt eine liegende Position ein. Der Arzt überprüft mit dem Ultraschall die Lage der Organe und Gefäße im Bauchraum, um eine geeignete Einstichstelle für die Punktion zu finden. Die Punktionsstelle wird betäubt und der Arzt führt eine Hohlnadel durch die Bauchdecke ein. Über ein Schlauchsystem wird die Flüssigkeit aus dem Bauchraum abgeführt.

Bei der Aszites- Punktion handelt es sich um einen minimal invasiven Eingriff, der aber wie jede Operation Risiken beinhaltet, über die der Patient im Vorfeld aufgeklärt wird. Bei einem leichten Aszites können Medikamenten, die eine Entwässerung des Gewebes fördern, in Kombination mit einer salzarmen Diät ( Natriumreduktion), eine Verbesserung bewirken. Die therapeutische Aszites Punktion kann mit diesen Maßnahmen zusätzlich unterstützt werden.